Ergebnis der Seehofer-Runde zum G8 ist Murks

Allgemein

Bildungssprecher Güll: Die SPD wird das Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten bei Eltern, Lehrern und Schülern zur Abstimmung stellen

"Das ist nur Murks und eigentlich ein Trauerspiel, was die selbst ernannten Bildungsexperten Horst Seehofer, Martin Zeil und Renate Will mit einem kleinen Kreis aus Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern als große G8-Reform zusammen geschustert haben", bewertet der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll, die Ergebnisse der Seehofer-Runde zum G8. "Damit gewinnt man bei den Eltern kein Vertrauen in das bayerische Gymnasium zurück und entlastet die Schüler vor allem in den ersten schwierigen Eingangsjahren überhaupt nicht. Seehofers Flexibilisierungsjahr ist ein besseres Wiederholungsjahr ohne wirkliches pädagogisches Konzept", bemängelt der Vorsitzende des Bildungsausschusses Güll. Die integrierte Lehrerreserve, eigentlich gedacht für die verlässliche Unterrichtsversorgung des Kernunterrichts, komme nur zögerlich und werde jetzt für dieses ominöse Zusatzjahr verbraten. "Mit welchen Lehrerstellen soll denn das zusätzliche Schuljahr sonst gestemmt werden?" fragt Güll.

"Es geht um unsere Kinder und Jugendlichen. Hier müssen wir äußerste Sorgfalt walten lassen. Wir brauchen deshalb auch in Bayern ein Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten, also für die leistungsstarken Schüler eine Kurzversion mit acht Jahren, für die große Schülerschar aber die Langversion mit neun Jahren. Das ist schon deshalb notwendig, weil bei einer Übertrittsquote von rund fünfzig Prozent die Klassen in ihrer Zusammensetzung immer heterogener werden." Güll will allerdings die Flexibilisierung der Schulzeit in der Oberstufe sehen. "Das Abitur im eigenen Takt ist die einzig sinnvolle Lösung und nimmt auf die unterschiedlichen Lerntempos der Schülerinnen und Schüler Rücksicht." Die Schüler können nach der neunten Klasse entscheiden, ob sie nach zwölf oder dreizehn Jahren Abitur machen. "Das ist komplett konform mit den Richtlinien der Kultusministerkonferenz und nichts anderes als G8 oder G9", verweist Güll auf die unsinnigen Aussagen Spaenles, der SPD-Vorschlag gefährde die Anerkennung des bayerischen Abiturs.

Güll: "Es ist von zentraler Bedeutung, die grundlegenden Gymnasialjahre in verlässlichen Strukturen ablaufen zu lassen. Die Unter- und Mittelstufe darf und muss nicht verlängert, sondern pädagogisch neu gestaltet werden. Dazu sagt das Seehofer-Konzept gar nichts."

Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion vom 31.07.2012

 
 

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