Kohnen: Dobrindt sollte zuerst vor der eigenen Haustür kehren

Allgemein

Zu den Aussagen von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt in der BILD-Zeitung erklärt die Generalsekretärin der BayernSPD Natascha Kohnen:

Wenn sich Herr Dobrindt schon zu einer messerscharfen Sozialanalyse genötigt sieht, sollte er zu Hause damit anfangen. Denn in Bayern herrscht nicht nur eine beispiellose Ungerechtigkeit aufgrund des Wohnortes. Nur ein Beispiel: Die Übertrittsquote an ein Gymnasium im Landkreis München Land etwa ist dreimal so hoch wie im Landkreis Donau-Ries.

Zudem herrscht bei uns eine gewaltige Ungerechtigkeit aufgrund der sozialen Herkunft. Nur ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund gehen in Bayern auf ein Gymnasium. Die Chance von Kindern höherer Beamten ein Gymnasium zu besuchen ist viermal höher als die von Facharbeiterkindern. Nach der Schulzeit absolvieren vier Fünftel der Jugendlichen ohne und die Hälfte der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss erst einmal Qualifizierungsangebote im „Übergangssystem“, also in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Ein großer Teil von ihnen bleibt später ohne Ausbildungs- und Arbeitsplatz.

Will Herr Dobrindt diesen Kindern ernsthaft erzählen, sie hätten anderen Kindern gegenüber einen „Vorsprung“? Wenn sich Herr Dobrindt wirklich um die Zukunft dieser Kinder sorgt, dann soll er endlich gleiche Chancen für alle gewährleisten. Zur Zeit ist es um die Bildungsgerechtigkeit in Bayern jedenfalls nicht gut bestellt.

 
 

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