Martin Güll: Kultusminister ist unfähig!

Allgemein

Das ist einmalig in der bayerischen Bildungspolitik: Seit über acht Jahren sind die zuständigen Fachminister Hohlmeier, Schneider und Spaenle mit ihrem Ministerium nicht imstande, das bayerische Gymnasium in seiner verkürzten Form sach- und vor allem schülergerecht aufzustellen." Für den bildungspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll, ist das „Dilettantismus der höchsten Form“. Nun müsse, so Güll, sogar Ministerpräsident Seehofer die Arbeit seines Kultusministers Spaenle übernehmen und gemeinsam mit Mitgliedern der Schulfamilie und der Eltern- und Lehrerverbände über einen Runden Tisch die Lösungen suchen. „Nach acht Jahren muss mit dem Experimentieren endlich Schluss ein. Fast 400.000 junge Menschen sind von der Unfähigkeit des CSU-Ministers betroffen“, fasst Martin Güll, der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag, seinen Ärger zusammen.

Dabei lägen die Lösungen auf der Hand. „Man muss sie einfach nur umsetzen“, so Güll. Nach den Vorstellungen der SPD-Landtagsfraktion muss das Gymnasium jedem talentierten Schüler größtmögliche individuelle Förderung und die dafür notwendige Lernzeit geben. Der Lehrplan muss sich auf das Wesentliche beschränken und die Bedürfnisse und Interessen in der jeweiligen Entwicklungsstufe berücksichtigen. Lernziel muss der Aufbau von Fach- und Methodenkompetenz sein. Dazu braucht es eine gute rhythmisierte Ganztagsschule und vor allem ausreichend Lehrpersonal, die die Schüler auf ihrem individuellen Lernweg begleiten.

„Wenn wir das Gymnasium pädagogisch neu ausrichten, ist die Frage, ob der Schüler für das Erreichen des Ziels Abitur acht oder neun Jahre braucht, vollkommen zweitrangig, so der SPD-Bildungspolitiker. Die SPD sieht keine Veranlassung, die sechs Jahre der Unter- und Mittelstufe zeitlich auszudehnen. Hier müsse durch Reduzierung der Pflichtstunden, des Lehrplans und des Unterrichtsausfalls verbunden mit der Einführung von gebundenen Ganztagsklassen und selbstgesteuertem Lernen eine Entlastung geschaffen werden. Güll: „Das hat doch 40 Jahre im G9 auch hervorragend funktioniert. Ein zusätzliches Intensivierungsjahr in der Hochpubertätsphase bringt keinerlei Vorteile für die Vorbereitung auf das Abitur.“ In der Oberstufe hingegen mache ein „Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten“ Sinn. „Hier weiß der erfahrene Gymnasiast selbst am besten, wie viel Vorbereitungszeit er auf das Abitur benötigt.“

Pressemitteilung vom 13.07.2012

 
 

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